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Kanton SG
17.01.2026

"WILWEST ist eine Frage des Wohlstands, nicht der Ideologie"

Bild: Projektwebseite WILWEST
Die FDP Wil-Untertoggenburg (FDP-WUT) zeigt sich in einer Stellungnahme besorgt über die erneute Ablehnung des Projekts WILWEST durch die SVP des Kantons St.Gallen. Wer ein zentrales Standortentwicklungsprojekt einzig auf die Anzahl Kartoffelsäcke pro Jahr reduziert, verkennt die wirtschaftliche Realität des Kantons St.Gallen und gefährdet dessen Zukunftsfähigkeit.

St.Gallen fällt im nationalen Vergleich zurück
Der Kanton St.Gallen gehört heute nicht zu den Wohlstands- oder Lohndynamik-Kantonen der Schweiz. Die durchschnittlichen Löhne liegen deutlich unter dem nationalen Mittel, die Produktivität wächst langsamer als in vergleichbaren Wirtschaftsregionen, und gut ausgebildete Fachkräfte orientieren sich zunehmend Richtung Zürich, Ostschweiz ausserkantonal oder ins Ausland. Diese Entwicklung ist kein Naturgesetz. Sie ist das Resultat
fehlender neuer Wertschöpfungsräume, mangelnder Standortentscheide und einer Politik, die zu oft verwaltet statt gestaltet.

Ohne Wirtschaftsflächen kein Wohlstand
WILWEST ist kein Prestigeprojekt, sondern ein strategischer Standortentscheid:
• für neue, gut bezahlte Arbeitsplätze
• für zusätzliche Unternehmensansiedlungen
• für höhere Steuereinnahmen statt steigender Steuerfüsse
• für kürzere Pendeldistanzen und eine stärkere regionale Verankerung der Arbeitnehmenden
Kantone, die heute überdurchschnittliche Löhne und stabile öffentliche Finanzen aufweisen, haben eines gemeinsam: Sie schaffen Raum für wirtschaftliche Entwicklung. Der Kanton St.Gallen tut sich damit seit Jahren schwer und setzt stattdessen auf Textilmuseen und Klanghäuser.

Auch die Landwirtschaft braucht eine starke Wirtschaft
Die FDP-WUT anerkennt den Wert der Landwirtschaft und den sorgfältigen Umgang mit Fruchtfolgeflächen. Doch wer ernsthaft glaubt, man sichere den ländlichen Raum durch wirtschaftlichen Stillstand, täuscht sich. Ohne Wertschöpfung keine Kaufkraft, ohne Kaufkraft keine regionalen Märkte, ohne Märkte keine Perspektive, auch nicht für die Landwirtschaft.
Das überarbeitete Projekt WILWEST trägt ökologischen Anliegen Rechnung, reduziert Versiegelung und sieht Ausgleichsmassnahmen vor. Die pauschale Ablehnung des Verkaufs aus ideologischen Gründen ist weder verantwortungsvoll noch zukunftsgerichtet.

SVP verabschiedet sich schleichend von wirtschaftsfreundlicher Politik
Mit der erneuten Nein-Parole stellt sich die SVP faktisch gegen eines der wenigen grossen Entwicklungsprojekte des Kantons resp. der Region Ostschweiz. Dass dabei der bäuerliche Flügel den wirtschaftlichen vollständig überstimmt, ist legitim, aber für einen Kanton mit unterdurchschnittlichem Lohnniveau und wachsendem Wettbewerbsdruck gefährlich.

Regierung in der Pflicht: Führung zeigen statt schweigen
Die FDP-WUT fordert die ganze St.Galler Regierung auf, endlich Führung zu übernehmen. Es reicht nicht, Projekte korrekt auszuarbeiten und dann auf politische Mehrheiten zu hoffen. Wer WILWEST als Teil der kantonalen Wirtschaftsförderungsstrategie ernst meint, muss dies auch öffentlich, geschlossen und mit Überzeugung vertreten – im ganzen Kanton.
Ein weiteres Scheitern würde nicht nur WILWEST betreffen, sondern die Glaubwürdigkeit der Standortpolitik des Kantons St.Gallen insgesamt.

Fazit
Am 8. März geht es nicht um Symbolpolitik und Kartoffelsäcke, sondern um eine Grundsatzfrage: Wollen wir als Kanton St.Gallen weiterhin allen hinterherlaufen oder schaffen wir die Voraussetzungen für Wohlstand, gute Löhne und Arbeitsplätze in der eigenen Region?

FDP Wil-Untertoggenburg
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